Retro Game Stick im Test: 10.000 Spiele für 30 € – taugt der HDMI-Emulator?
Tausende Retrospiele auf einem kleinen HDMI-Stick für rund 30 €: Ist das ein Traum für Retro-Fans oder nur billiger Hype? Auf diesen Test bin ich durch einen Kommentar aus der Community gekommen. Danke an kyuuusan2606 für den Wunsch nach mehr Gaming-Videos!
Ich habe den Retro Game Stick selbst gekauft und getestet. Mich hat vor allem eine Frage interessiert: Gibt es eine spürbare Verzögerung zwischen Controller und Spiel, oder fühlt sich das an wie früher?
Die kurze Antwort: Bei klassischen Arcade-Spielen reagiert der Stick quasi verzögerungsfrei und macht richtig Spaß. Rennspiele ruckeln dagegen so stark, dass sie keinen Spaß machen.
Wichtig vorab: Ich besitze originale Retro-Hardware und Spiele. Ich bewerte hier ausschließlich die technische Funktion der Hardware, nicht die vorinstallierten Inhalte. Ob diese Inhalte rechtlich in Ordnung sind, ist eine andere Frage. Dazu mehr weiter unten.
Kurzfazit
Das hat mir gefallen
- Plug & Play: Stick in den HDMI-Anschluss, Strom dran, los geht’s.
- Bei Arcade-Spielen kaum spürbare Eingabeverzögerung.
- Auch komplexere Tastenkombinationen klappen beim ersten Versuch.
- Zwei Controller im Lieferumfang, ideal für Duelle zu zweit auf der Couch.
- Die Controller liegen trotz geringem Gewicht gut in der Hand.
- Für rund 30 € ein Riesenspaß mit viel Nostalgie.
Das hat mich gestört
- Rennspiele ruckeln stark und steuern sich schwammig.
- Das Menü ist chaotisch, die halbtransparente Suche schwer lesbar.
- Bei einem Controller wackelt im Inneren etwas.
- Der Ton klingt etwas blechern.
- Die Controller brauchen Batterien.
- Die vorinstallierten Inhalte sind rechtlich fragwürdig.
Geeignet für: Gelegenheitsspieler und Nostalgie-Fans, die mit Freunden oder Partnerin ein paar entspannte Retro-Abende auf der Couch verbringen wollen.
Weniger geeignet für: alle, die flüssige Rennspiele erwarten oder originale Retro-Hardware ersetzen wollen.
Mein Testvideo
Im Video siehst du den Input-Lag-Test, die Controller im Vergleich, das Menü und den Stresstest mit einem Rennspiel.
Was ist der Retro Game Stick?
Der Retro Game Stick mit zwei Controllern (Affiliate-Link) ist ein kleiner Emulator im USB-Stick-Format. Du steckst ihn in den HDMI-Anschluss deines Fernsehers, schließt den Strom an und kannst sofort loslegen. Beworben wird er mit tausenden vorinstallierten Spielen, bei meinem Modell angeblich 10.000, je nach Angebot auch mehr.
Laut Hersteller bietet der Stick:
- HDMI-Ausgang
- 2 kabellose Controller
- Plug & Play ohne Einrichtung
- tausende vorinstallierte Retrospiele
Für mich war dabei nicht entscheidend, welche Spiele drauf sind, sondern ob das Gerät technisch überzeugt.
Meine Erfahrungen im Praxistest
Der wichtigste Test: Eingabeverzögerung
Billige Emulatoren scheitern oft daran, dass zwischen Tastendruck und Reaktion im Spiel eine spürbare Verzögerung liegt. Ich habe deshalb mit einem klassischen Prügelspiel angefangen: bewegen, springen, schlagen, treten.
Mein Eindruck: Die Eingabe ist quasi direkt. Selbst eine Spezialattacke mit Tastenkombination hat beim ersten Versuch sofort funktioniert. Genau daran erkennt man oft eine schlechte Emulation, und die habe ich hier nicht erwischt.
Zu zweit auf der Couch
Im Lieferumfang ist ein zweiter Controller dabei. Gegeneinander zu spielen hat in mehreren Spielen super funktioniert. Für einen lässigen Abend mit Kumpels, Freundin oder Familie ist das genau das Richtige.
Stresstest: Rennspiel
Um zu sehen, ob der Stick auch schnell bewegte Bilder schafft, habe ich ein Rennspiel gestartet. Hier hat er mich enttäuscht. Die Steuerung fühlte sich schwammig an, Autos verschwanden plötzlich in der Straße, und auf einmal stand eine Laterne im Weg. Das Spiel ruckelte so stark, dass es keinen Spaß gemacht hat.
Für Rennspiele also eher Daumen runter, für klassische Arcade-Spiele zwei Daumen hoch.
Die Controller
Die Controller erinnern im Design an moderne Konsolen-Controller. Im direkten Vergleich mit einem Original merkt man aber, dass sie deutlich leichter sind. Trotzdem liegen sie gut in der Hand und machen beim Spielen richtig Spaß.
Ein Kritikpunkt: Bei einem Controller wackelt im Inneren etwas herum. Das wirkt nicht besonders hochwertig. Außerdem brauchen beide Controller Batterien, die du am besten gleich mitbestellst.
Menü und Bedienung
Um ein Spiel zu verlassen, drückst du Select und Start gleichzeitig. Es öffnet sich ein Menü, über das du zurück ins Hauptmenü kommst. Dort kannst du verschiedene Bereiche durchstöbern und mit einem Tastendruck nach oben eine Suchleiste aufrufen.
Ehrlich gesagt ist das Menü etwas chaotisch. Ich kannte es schon von meiner R36S-Handheld-Konsole, die ich in einem meiner ersten Videos getestet habe. Die Suche ist halbtransparent und dadurch schwer lesbar.
Wie ist der Ton?
Im Video habe ich den Ton aus urheberrechtlichen Gründen ausgeschaltet. Er klingt etwas blechern. Aber ehrlich: Am Röhrenfernseher klang es früher auch nicht besser. Zum Retro-Feeling passt es.
Ist der Game Stick legal?
Die Hardware selbst ist kein Problem. Bei den vorinstallierten Spielen solltest du aber vorsichtig sein, denn ob dafür Lizenzen vorliegen, ist mehr als fraglich. Ich bewerte in diesem Test bewusst nur die Hardware, nicht die Inhalte. Informiere dich vor dem Kauf selbst, ob die Nutzung für dich in Ordnung ist.
Lohnt sich der Retro Game Stick?
Ist er perfekt? Nein. Ist er spielbar? Ja. Anstecken, Batterien in die Controller und los geht’s. Originale Hardware wie mein Super Nintendo im Schrank ersetzt der Stick natürlich nicht. Für rund 30 € kann man aber wenig falsch machen.
Das Einzige, was mich wirklich gestört hat: Er hat mich sofort gepackt, und ich musste weiterspielen. Wer mit diesen Spielen groß geworden ist, spürt beim Zocken einfach Nostalgie.
Häufige Fragen
Wie wird der Retro Game Stick angeschlossen?
Du steckst ihn in einen freien HDMI-Anschluss am Fernseher und versorgst ihn mit Strom. Danach kannst du sofort spielen.
Gibt es Input-Lag?
Bei klassischen Arcade-Spielen kaum. In meinem Test war die Eingabe quasi direkt. Bei Rennspielen ruckelt es dagegen stark.
Kann man zu zweit spielen?
Ja, zwei Controller sind im Lieferumfang enthalten.
Brauchen die Controller Batterien?
Ja. Plane Batterien ein, sonst kannst du nicht direkt loslegen.
Wie verlässt man ein Spiel?
Mit Select und Start gleichzeitig. Dann öffnet sich ein Menü, über das du das Spiel beendest.
Ersetzt der Stick eine originale Retro-Konsole?
Nein. Für gelegentliche Retro-Abende ist er aber eine günstige und spaßige Alternative.
Mein Fazit
Der Retro Game Stick ist kein billiger Plastikschrott. Bei Arcade-Spielen reagiert er schnell, das Spielen zu zweit macht richtig Spaß, und für rund 30 € bekommst du viel Nostalgie. Rennspiele, das chaotische Menü und ein wackelndes Teil im Controller trüben den Eindruck.
Thorben meint: Für Gelegenheitsspieler und Retro-Fans ein spaßiges Gadget für die Couch. Wer flüssige Rennspiele oder Original-Feeling erwartet, bleibt besser bei der echten Konsole.
Würdest du dir so einen Stick holen, oder bleibst du bei deiner alten Retro-Konsole? Schreib es mir gern in die Kommentare unter dem Video.
Weitere Tests auf thorbentestet.com
Retro Game Stick kaufen: Darauf solltest du achten
Ein Retro Game Stick ist ein kompakter Emulator, der über HDMI am Fernseher läuft. Vor dem Kauf lohnt sich ein Blick auf diese Punkte.
Leistung: Einfache Arcade-Spiele laufen auf günstigen Sticks meist flüssig. Bei aufwendigeren Spielen wie Rennspielen kommt die Hardware oft an ihre Grenzen.
Controller: Achte auf zwei Controller im Lieferumfang und darauf, ob sie mit Batterien oder Akku laufen.
Bedienung: Menüs sind bei günstigen Sticks oft unübersichtlich. Eine Suchfunktion hilft bei vielen Spielen.
Rechtliches: Ob die vorinstallierten Spiele lizenziert sind, ist häufig fraglich. Informiere dich vor dem Kauf.
Spieleanzahl: Zahlen wie 10.000 oder 20.000 Spiele klingen beeindruckend, enthalten aber oft viele Doppelungen.
Wie sich ein Retro Game Stick für rund 30 € im Praxistest schlägt, liest du oben in meinem Test.

