CIEVIE C200 Dashcam im Test: Was taugt die 4K-Dashcam für 50 €?
Dashcams sind ein bisschen wie eine Versicherung: Man hofft, dass man sie nie braucht. Aber wenn es knallt, ist man froh, wenn nicht nur Matsch aufgenommen wurde.
Ich habe mir die CIEVIE C200 für rund 50 € selbst gekauft und in meinem Auto getestet. Sie verspricht 4K, schnelles WLAN und liefert gleich eine 64-GB-Speicherkarte mit. Liefert sie im Ernstfall scharfe Beweise, oder ist sie nur Elektroschrott für die Windschutzscheibe?
Die kurze Antwort: Für rund 50 € ein verlässliches Paket ohne Schnickschnack: tagsüber knackige Bilder, schnelles WLAN und Speicherkarte inklusive. Nachts stößt sie bei Kennzeichen aber an ihre Grenzen.
Kurzfazit
Das hat mir gefallen
- 64-GB-Speicherkarte schon dabei, sofort startklar.
- Tagsüber überraschend scharfe Aufnahmen.
- 170-Grad-Weitwinkel deckt die komplette Front ab.
- Schnelles 5-GHz-WLAN zum Herunterladen der Videos aufs Handy.
- App funktioniert stabil und ist einfach zu bedienen.
- G-Sensor sichert Aufnahmen bei Erschütterung automatisch.
- Stabile, hochwertige Verarbeitung, um 360 Grad drehbar.
- Klein und unauffällig hinter dem Rückspiegel.
Das hat mich gestört
- Nachts werden Kennzeichen im Scheinwerferlicht schnell überbelichtet.
- Kein High-End-4K wie bei deutlich teureren Dashcams.
- Sprachansagen sind ab Werk ziemlich laut (lassen sich aber abschalten).
- Für die Parküberwachung brauchst du ein separates Kabel-Kit.
- Sehr kleines Display.
Geeignet für: alle, die eine unauffällige Dashcam suchen, die man einmal einbaut und dann vergisst.
Weniger geeignet für: alle, die auch nachts gestochen scharfe Kennzeichen brauchen oder eine Rückkamera wollen.
Mein Testvideo
Im Video siehst du das Unboxing, Aufnahmen bei Tag und Nacht, die App und den G-Sensor-Test.
Unboxing und Verarbeitung
Die CIEVIE C200 Dashcam (Affiliate-Link) kommt mit allem, was du zum Start brauchst:
- die Dashcam mit 1,5-Zoll-IPS-Display
- eine 64-GB-Speicherkarte
- ein Kfz-Ladestecker mit USB-C
- ein Keil zum Verlegen des Kabels
- zusätzliche Klebepads
Für 50 € macht die Kamera einen hochwertigen Eindruck. Es knarzt nichts, und auch wenn ich sie kräftig drehe, habe ich nicht das Gefühl, dass etwas kaputtgeht. Die Kamera lässt sich sogar komplett drehen, zum Beispiel um im geparkten Auto Fotos oder Videos von dir selbst zu machen.
Das Display mit 1,5 Zoll ist klein. Zum Filmeschauen taugt es nicht, aber um zu sehen, ob die Kamera gerade aufnimmt, reicht es locker. Ich sehe das sogar als Vorteil: So lässt sie sich gut hinter dem Rückspiegel verstecken.
Bildqualität: Tag und Nacht
Bei Tageslicht
Ehrlich gesagt ist das kein High-End-4K, wie man es von Dashcams für mehrere hundert Euro kennt. Bei Tageslicht sind die Aufnahmen aber überraschend knackig. Dazu kommt der 170-Grad-Weitwinkel, der die komplette Front abdeckt.
In der Nacht
Nachts wird es schwieriger. Dank WDR und Nachtsicht erkennt man das Geschehen auf der Straße gut. Ein Problem haben aber fast alle günstigen Dashcams, und diese auch: Wenn Scheinwerfer direkt auf ein Kennzeichen strahlen, wird es schnell überbelichtet. Lesbar wird es oft erst aus sehr kurzer Entfernung.
Für den Preis liefert die Kamera trotzdem sehr gute Bilder.
WLAN und App
Ein echtes Highlight ist das 5-GHz-WLAN. Wer schon mal versucht hat, ein Video über normales 2,4-GHz-WLAN von der Dashcam aufs Handy zu ziehen, weiß: Das dauert ewig. Mit 5 GHz geht es deutlich flotter.
Die zugehörige App ist zweckmäßig, läuft aber stabil. Du kannst viele Einstellungen vornehmen, deine Aufnahmen ansehen und mit ein paar Klicks aufs Handy laden.
Genervt hat mich, dass die Kamera ab Werk ziemlich laut mit einem spricht. Zum Glück lassen sich die Sprachansagen in den Einstellungen stummschalten.
G-Sensor und Parküberwachung
Besonders interessiert hat mich der G-Sensor. Ich habe die Kamera kräftig geschüttelt, um eine Erschütterung wie bei einem Unfall zu simulieren. Die Kamera hat sofort gemeldet, dass die Aufnahme gesichert wird. Funktioniert.
Die beworbene 24-Stunden-Parküberwachung ist möglich, du brauchst dafür aber ein separates Kabel-Kit für den Festeinbau. Das ist nicht im Lieferumfang. Schade, aber einen Versuch wert, wenn du dein Auto auch im Stand absichern möchtest.
Kurz zur Rechtslage
Dashcams sind in Deutschland nicht verboten. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs können Aufnahmen im Einzelfall als Beweismittel verwendet werden. Dauerhaftes, anlassloses Filmen ist aus Datenschutzsicht aber problematisch. Nutze am besten die Loop-Aufnahme, bei der alte Aufnahmen automatisch überschrieben werden, und veröffentliche keine Aufnahmen, auf denen andere Personen oder Kennzeichen erkennbar sind. Ich bin kein Anwalt, informiere dich im Zweifel genauer.
Lohnt sich die CIEVIE C200?
Ist die Kamera perfekt? Nein. Die Nachtsicht hat ihre Grenzen, und das Display ist winzig. Für rund 50 € bekommst du aber ein verlässliches Paket ohne Schnickschnack. Du musst keine Speicherkarte extra bestellen und kannst direkt einbauen und losfahren.
Als Nächstes teste ich eine noch günstigere Dashcam für etwa die Hälfte des Preises. Sie hat sogar eine Rückkamera, dafür aber keine Speicherkarte. Dann sehen wir, ob sich der Aufpreis für die C200 lohnt.
Häufige Fragen
Ist bei der CIEVIE C200 eine Speicherkarte dabei?
Ja, eine 64-GB-Speicherkarte ist im Lieferumfang enthalten.
Wie gut ist die Nachtsicht?
Das Geschehen auf der Straße erkennt man gut. Kennzeichen werden im Scheinwerferlicht aber oft überbelichtet.
Wie überträgt man Videos aufs Handy?
Über die App per WLAN. Dank 5 GHz geht das deutlich schneller als bei vielen günstigen Dashcams.
Hat die Dashcam eine Parküberwachung?
Ja, dafür brauchst du aber ein separates Kabel-Kit für den Festeinbau, das nicht im Lieferumfang ist.
Wie wird die Dashcam mit Strom versorgt?
Über den mitgelieferten Kfz-Stecker und ein USB-C-Kabel.
Kann man die Sprachansagen abschalten?
Ja, in den Einstellungen.
Sind Dashcams in Deutschland erlaubt?
Grundsätzlich ja. Dauerhaftes Filmen ist aus Datenschutzsicht aber problematisch. Am besten nutzt du die Loop-Aufnahme.
Mein Fazit
Die CIEVIE C200 ist kein Elektroschrott, sondern eine solide Dashcam für rund 50 €. Tagsüber liefert sie knackige Bilder, das 5-GHz-WLAN ist ein Segen, und die Speicherkarte ist schon dabei. Nachts werden Kennzeichen aber schnell überbelichtet, und für die Parküberwachung brauchst du Zubehör.
Thorben meint: Wer eine unauffällige Dashcam zum Einbauen und Vergessen sucht, ist hier sehr gut bedient.
Nutzt du eine Dashcam, oder suchst du noch eine günstige? Schreib es mir gern in die Kommentare unter dem Video.
Weitere Tests auf thorbentestet.com
Günstige Dashcam kaufen: Darauf solltest du achten
Eine günstige Dashcam kann im Ernstfall wichtige Aufnahmen liefern. Vor dem Kauf lohnt sich ein Blick auf diese Punkte.
Bildqualität: 4K klingt gut, entscheidend ist aber, ob Kennzeichen lesbar sind, besonders nachts. Günstige Kameras überbelichten im Scheinwerferlicht oft.
Weitwinkel: 140 bis 170 Grad decken die Fahrbahn vor dir gut ab.
Speicherkarte: Prüfe, ob eine Karte dabei ist und welche maximale Größe unterstützt wird.
WLAN: 5 GHz überträgt Videos deutlich schneller aufs Handy als 2,4 GHz.
G-Sensor und Loop-Aufnahme: Wichtige Aufnahmen werden bei Erschütterung gesichert, alte automatisch überschrieben.
Parküberwachung: Dafür ist meist ein separates Kabel-Kit für den Festeinbau nötig.
Datenschutz: Dauerhaftes Filmen ist in Deutschland problematisch. Nutze die Loop-Aufnahme und veröffentliche keine Aufnahmen mit erkennbaren Personen oder Kennzeichen.
Wie sich die CIEVIE C200 für rund 50 € bei Tag und Nacht schlägt, liest du oben in meinem Test.

